![]() Index: okkulte Geschichten |
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© copyright 1998 by Alfred Ballabene
(alfred.ballabene@univie.ac.at)
Zwei
Frösche
Ein großer fetter Frosch und ein kleiner sehr lebhafter Frosch wanderten miteinander auf einer heißen staubigen Landstraße - sie waren sehr, sehr durstig. Vor einem Häuschen sahen sie 2 Milchkannen stehen - um ihren Durst zu löschen, sprang jeder in eine Kanne, und sie tranken und tranken. Schließlich rief der große Frosch zu dem kleinem hinüber: "Ich kann nicht mehr trinken, aber hinaus kann ich auch nicht !" - "so trinke weiter " rief der kleine Frosch. "Ich kann nicht mehr" rief der große wieder nach einer Weile, "Ich kann nicht trinken, ich kann nicht mehr schwimmen, ich gebe auf, leb wohl!".
Der kleine Frosch war traurig, aber er dachte, "wenn ich aufgebe,
bin ich verloren" - so strampelte er weiter.
So vergingen 2 qualvolle Stunden. Der kleine tapfere Frosch paddelte noch
immer - als er glaubte, nicht mehr weiterzukönnen, seine Füße
waren fast schon lahm, fühlte er einen festen Halt - er saß
auf einem Stück Butter, das er geschlagen hatte! So konnte der Ausharrende
wieder ins Freie springen!
Narada
Narada wurde einmal von Hochmut ergriffen, daß er meinte, es gäbe keinen frömmeren Menschen als ihn. Da der Herr seine Gedanken erriet, sprach er zu ihm: "Narada gehe an jenen Ort hin; dort lebt ein großer Heiliger. Suche seinen Umgang. Er ist mein wahrer Jünger."
Narada ging hin und fand einen Bauern. Der erhob sich in aller Frühe, nahm seinen Pflug, ging auf's Feld hinaus und pflügte. Narada beobachte ihn, konnte jedoch nichts anderes gewahr werden, als daß der Bauer zweimal am Tage den Namen Gottes aussprach, ohne sein Pflügen zu unterbrechen.
Narada dachte bei sich: "Wie kann dieser Bauer ein Heiliger sein?" Ich sehe ihn seinen weltlichen Pflichten nachgehen, und nichts deutet bei ihm auf einen Frommen.
So ging der Weise zum Herrn zurück und sagte ihm, was er von seinem neuen Bekannten hielte. Doch der Herr sprach: ,,Narada, nimm eine mit Öl gefüllte Schale, mache mit ihr die Runde um die Stadt und kehre damit zurück, ohne auch nur einen Tropfen zu verschütten."
Narada tat wie ihm geheißen war, und als er zurückkam, fragte ihn der Herr, wie viele Male er bei diesem Rundgang auch seiner gedacht hätte. ,,Nicht ein einziges Mal, oh Herr, denn wie hätte ich es tun können, da ich meine ganze Aufmerksamkeit auf dies bis zum Rande mit Öl gefüllte Gefäß richten mußte?" Darauf der Herr: "Diese eine Schale mit Öl nahm deine Aufmerksamkeit so sehr in Anspruch, daß du mich darüber völlig vergaßest. Nun sieh diesen Bauern, der sich meiner täglich zweimal erinnert, obgleich die gewaltige Bürde seiner weltlichen Pflichten auf ihm lastet."