Yoga
 

ASHRAM ANANDA

© copyright Alfred Ballabene, Wien, 1998 
 

Ursprung und Verwendung der Artikel
von Alfred Ballabene

Die Artikel, welche unter meinem Namen aufscheinen, sind Skripten der früheren und jetzigen Yogagemeinschaft. Die Texte, welche der früheren Yogagemeinschaft entstammen sind konservativer und dogmatischer als jene Texte aus neuerer Zeit. Alle Skripten, ob neu oder alt wurden in Anpassung an die Bedürfnisse der Internet-Benutzer vereinfacht und gekürzt. Vornehmlich Beispiele aus Erlebnissen und der Literatur wurden herausgeschnitten, da der Text sonst zu lange geworden wäre. Um die Artikel kurz zu halten, wurde darauf verzichtet Wissensgrundlagen für esoterisch Unbelesene hinzuzufügen, was die Texte für Unbewanderte mitunter unverständlich oder schwer verständlich macht. Die Skripten sind somit Lehrmaterial für fortgeschrittene Yogaausübende (bzw. Stundenmaterial für den jetzigen Yogakreis).


Geschichte der Yoga-Gemeinschaft Ananda

Die Gurulinie

Der Ursprung des Ashrams (Yogageminschaft) leitet sich von Ramakrishna (ein indischer Yogi aus dem vorigen Jahrhundert) her und besteht in Wien seit ca. 1948, wo er von Guru Ananda gegründet und geleitet wurde.

Guru Ananda wurde 1902 geboren und stammte aus einer polnischen, chassidischen Familie und war, hiervon geprägt, sehr religiös. In den Yoga wurde sie von einem Halbinder, Guru Vayuananda, eingewiesen, der in Indien in einem Ramakrishna-Ashram aufwuchs. Guru Vayuananda hatte einen hohen Verwirklichungsgrad. Er sammelte um sich einen Kreis von 10 Schülern, die er zunächst in Deutschland (Hamburg) unterwies. Als das politische Klima sich verschlechterte (sein Vater war Jude, seine Mutter Inderin), wanderte er mit seinen Schülern in die Tschechei aus (Prag). Dort holte ihn und seine Schüler, Jahre später, das politische Geschehen ein. Einige der Yogis starben als deutsche Soldaten an der Front, andere im KZ. Auch Guru Vayuananda, der versuchte nach Holland zu fliehen, starb im KZ.


Ein Ausschnitt aus dem einzigen Foto
von Guru Vayuananda,
dem Lehrer von Guru Ananda.


Guru Ananda überlebte als einzige (wurde als Vierteljüdin eingestuft und war mit einem Arier verheiratet). Zum Kriegsende mußte sie zusammen mit ihrem Mann, dem Maler R.R. Ballabene, aus der Tschechei fliehen, da für die Tschechen beide als Deutsche galten.
R.R. Ballabene Homepage von [atelje]
R.R.Ballabene (Ring-Tor)

In Wien leitete Guru Ananda eine kleine Yogagemeinschaft. 1964 wurde ich von ihr als Schüler aufgenommen. Nach etwa vier Jahren, wurde ich von meinem Yogalehrer adoptiert und es folgten für uns gemeinsam viele Jahre aktiver Yogatätigkeit (ich arbeitete aus diesem Grund nur halbtags, um ab Nachmittag für den Yoga in Gesprächen und Vorbereitungen präsent zu sein). 1985 starb Guru Ananda.


Guru Ananda



Symbolvergleiche zum Zyklus desVergehens und Werdens des Ashrams

Die Yogastunden mit Guru Ananda fanden in den wärmeren Monaten durch viele Jahre auf dem "Himmel" statt; dies ist eine Anhöhe oberhalb von Grinzing in Wien. Dort stand ein Lokal, in welchem Guru Ananda einen eigenen Raum für den Unterricht verwenden durfte und sogar das Singen erlaubt war. Ein nur kleines Stück weiter war ein großer Acker mit einer Bauminsel darinnen. Dorthin gingen die Yogis im Sommer gerne schlafen, um der Natur näher zu sein.

Fast gleichzeitig mit dem Ende der Ära der alten Yogagemeinschaft blieb auch dort kein Stein auf dem anderen. Das Restaurant wurde geschliffen und jetzt ist dort eine Wiese. Die Bauminsel gibt es noch, den Acker rund herum jedoch nicht mehr. Dieses Gelände ist jetzt nicht mehr privat, sondern öffentlich und es ist eine große Wiese. Inmitten dieser ist ein großes Rondeau, wie ein Amphitheater mit abfallenden Stufenreihen. Die Innenfläche des "Amphitheaters" bilden zwei Baumkreise, dann kommt zur Mitte zu ein kreisförmiger Weg, der eine Raseninsel mit vier Bäumen, in den vier Himmelsrichtungen gepflanzt, umschließt. Es ist ein keltischer Lebensbaum-Kreis, der von vielen Menschen besucht wird, hauptsächlich aus Liebe zu den Bäumen.

Zur Beschreibung dieser Örtlichkeit, möchte ich noch einige interessante Gegebenheiten hinzufügen: nicht weit von dem keltischen Lebensbaumkreis (ca 2 Minuten zu Fuß) ist mitten im Wald eine schöne neugotische Kapelle, der Kaiserin Sissi gewidmet. Diese fast kirchengroße Kapelle war durch viele Jahre leer stehend und es wurden in ihr angeblich schwarze Messen abgehalten, bis man sie zumauerte. Heuer im Sissi-Jahr wird sie wieder renoviert. Gleich neben der Kapelle fällt der Hang steil ab. Dort sind etliche aufgelassene Steinbrüche mit Waldlichtungen und Feuerplätzen. Diese Steinbrüche sind abendlicher Treffpunkt von schamanistischen und sonstigen esotreischen Gruppierungen.

Ich habe dies alles erwähnt, nicht nur wegen der vergangenen Beziehung unseres Ashrams zu diesem Ort, sondern auch um zu zeigen, wie sehr sich die Wiener zu allem Mystischem hingezogen fühlen. Es ist eine alte Tradition, schon aus Zeiten der Monarchie, und sicher auch ein Erbe aus der slawischen kulturellen und ethnischen Vermischung der Wiener.

Der innere Bezug der wiener Bevölkerung zu allem Esoterischen ist auch der Grund, weshalb die Yogagemeinschaft wieder wächst, obwohl durch all die Jahre nie eine Werbung erfolgte und eine Aufnahme von Interessenten zumeist nicht gefördert sondern erschwert wurde.


Vayu


(A. Ballabene)

Einiges über mich: Ich bin halbtags beschäftigt, gehe in meiner Freizeit im Wienerwald spazieren oder lese Bücher oder Artikel. Am Wochenende gehe ich reiten. Zwei mal in der Woche führe ich einen Yogakreis, um die Tradition des Ashrams (Gemeinschaft) aufrecht zu erhalten und das Wissen weiter zu geben.

Zu meinen speziellen Interessen: Fasziniert durch die Einmaligkeit von OBE Erlebnissen (außerkörperlichen Erfahrungen) stand ich durch etwa 15 Jahre jeden Tag um 1/2 5 Uhr Früh auf, um bis ca.1/2 6 oder 6 Uhr zu üben. Dann legte ich mich wieder ins Bett und schlief bis sieben Uhr. Als Ergebnis hatte ich ca. ein bis zwei mal pro Woche außerkörperliche Erlebnisse. Nach ca. 15 Jahren mit reichhaltigem Erfahrungsschatz gewann ich für mich den Eindruck zu sehr von diesen Erlebnissen und Abenteuern abhängig zu werden und für den inneren Fortschritt wichtigere Dinge zu vernachlässigen. Deshalb brach ich die morgendlichen Übungen für viele Jahre ab. Nach wie vor jedoch habe ich spontane Astralwanderungen und treffe mich mit Menschen, die ebenfalls in dieser Hinsicht Erfahrungen haben. Gelegentlich stehe ich in der Nacht auf, um mit mehr oder weniger Erfolg OBE Praktiken durchzuführen.

Meine früheren, speziell astralen, Erlebnisse waren so reichhaltig, daß ich mich für mein ganzes Leben beschenkt fühle und mir die Transzendenz nach wie vor nahe erscheint. Im Prinzip kann ich jedem/er empfehlen es ebenfalls zu versuchen.

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